header-allg.jpg
Making Pinot Wine in two worlds.
RSS icon Home icon
  • Pressemitteilung über Intelligente Barriques

    Posted on November 26th, 2008 Patrick 2 comments

    Vielen Dank an Sigi Hiss für seinen Hinweis.

    In seinem Pressebericht - Posting mit dem Titel Oak Barrels get smart gibt es einen kleinen Artikel über neue technische Entwicklungen beim Barrique. Ebenfalls löste dies eine kleine Diskussion aus.

    Im Grundtext wird dann die Neuerung etwas abstrakt und ohne jegliche Tiefe beschrieben. Dazu noch ein paar kurze Pro und Kontra Kommentare von angesehenen Weingütern…

    Als Winzer sich zu diesem Thema zu äußern ist eine gefähliche Angelegenheit. Es gibt ja genügend traditionelle Weingüter mit viel Renomée und Medienmacht, die keine Barriques einsetzen müssen und dann dagegen proklamieren können… Irgendwie Analog zur Mostkonzentration.

    Aber dennoch möchte ich in diesem Falle etwas zur Aufklärung über Sinn und Unsinn beitragen:

    Der Schlüsselsatz lautet: “The barrels, which Rapacz calls ‘intelligent’, will, he says, be able to enhance certain flavours, such as red fruit, tannins or spices, in the wines aged in them.”

    Es geht hier nicht nur um die Aromatisierung der Weine durch Holzkomponenten und durch die Behandlung entstandenen Abbauprodukte. Es betrifft stärker noch die Interaktion dieser Stoffe mit den natürlichen, aus der Traube stammenden Inhaltsstoffen. Eine “red fruit flavour zu enhancen” bedeutet wohl auch, dass diese nicht durch die mikrooxidierende Vinification im Barrique zerstört oder überlagert wird, sondern durch irgendwelche Schutzstoffe erhalten bleiben.

    Weinausbau im Barrique ist chemisch gesehen eine hochkomplexe Angelegenheit. Die stabilisierende und konservierende Wirkung durch das traditionelle Holz inclusive deren durch toasting generierten Abbauprodukte sind nicht zu verleugnen.

    Dieses zu durchschauen geht einfach nicht. Deshalb sind ja so viele Oenologieberater unterwegs, die dann eng mit der Industrie zusammenarbeiten (ähm Zulieferindustrie für die Weinindustrie).

    Schliesslich ist ja jeglicher Wettbewerbsvorteil, um bei Verkostungen und Weinführer besser abzuschneiden sehr vorteilhaft… Fragt sich nur wie lange es geht, biss es zu einer Uniformierung kommt. Mittlerweile ärgert sich Spitzenwinzer X dass sein Oenologischer Berater weitere 7 Kollegen im Umkreis von 50km berät.

    Zum Glück hat dieser Berater keine Ahnung vom Schraubverschluss und deren angepasste Umstellung der Vinifikation!

    Als Verbraucher bleibt nur noch eines übrig: Informieren, probieren und ein eigenes Bild machen!!! Und nicht nur blind allen anderen hinterherlaufen!

     

    2 responses to “Pressemitteilung über Intelligente Barriques” RSS icon

    • Hallo Patrick,
      ist “will be able to enhance certain flavours” hier nicht zu verstehen im Sinne von die Fässer werden so behandelt dass zum Beispiel die Fruchtaromen besser erhalten bleiben? Du schreibst “durch irgendwelche Schutzstoffe erhalten bleiben”. Ist nicht vielmehr damit gemeint dass andere Substanzen nur so dosiert in den Wein eingebracht werden dass die z.B. Fruchtnoten nicht überlagert werden?
      Dass geht aus dem Text von Sophie Kevany nicht wirklich hervor. Wenn es so sein sollte dass dem Barrique etwas zugesetzt wird dass dann quasi als Aroma im Wein zu finden ist, finde ich das offen gesagt recht fragwürdig.

      Viele Grüße,

      Alex

    • Hallo Alex,

      vielen Dank für deine wichtigen und richtigen Anmerkungen.

      Denn das ist genau der Punkt der oberflächlichen Berichterstattung!

      Wenn man schon von Intelligenz beim Barriquefass spricht, dann sollte man es auch konkretisieren!

      Deshalb meine eher wissenschaftliche Spekulation, wie und mit welcher Funktion so etwas aussehen könnte.

      Beim toasten werden spezielle Stoffe (Substanzen) erzeugt, die es zuvor im Holz einfach nicht gibt. Die Frage ist nur, welche Eigenschaft diese Stoffe haben. Die gesamte Weinreifung besteht aus chemischen Reaktionen. Manche Aromastoffe oxidieren und werden zerstört, andere binden sich an irgendwelche Moleküle und sind weniger riechbar. Auf natürlichem Wege Aromen zu intensivieren bedeutet diese durch Enzymaktivität von anderen Molekülen loszulösen. Enzymaktivität kann ich mir beim Barrique kaum vorstellen.

      Wenn ich ehrlich bin und Rotfrucht Aromen erhalten möchte, dann lege ich den Wein nicht ins Barrique!

      Das mit dem Aromazusatz zum Barrique kann ich mir nicht vorstellen. Was soll daran intelligent sein?

      Kurz gesagt finde ich den Text von Sophie Kevany zu oberflächlich und wird eine neue Diskussion mit riesigen Spekulationen auslösen.

      Das Barrique wird dadurch einen Imageschaden erhalten und die Weinindustrie spart einen Haufen Geld, weil niemand mehr Weine aus dem Barrique haben möchte…. Die Fässer könnten ja vorher aromatisiert worden sein.

      Viele Grüße
      Patrick


    Leave a reply

Proudly using Dynamic Headers by Nicasio Design